Baupreis 2006 für "Nullenergiehaus" in Goldau



Die Baukommission Arth verleiht für das Jahr 2006 bereits zum zweiten Mal den Baupreis. Das Wohnbauprojekt der Bauherrschaft Steurer überzeugte nicht nur durch die sehr gute Planung, Ausführung und Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden, sondern auch durch die zukunftsgerichteten Qualitäten.

Rege Bautätigkeit
Im Rechenschaftsbericht der Gemeinde Arth wird offensichtlich, dass die Bautätigkeit massiv zugenommen hat. Waren durch die Baukommission vor vier Jahren noch 100 Baugesuche bearbeitet und die Bewilligung erteilt worden, so waren es in den vergangenen drei Jahren bereits über 150 bewilligte Bauvorhaben.

Baupreis als Motivation
Die Baukommission Arth versuchte durch die Verleihung eines Baupreises, Bauherren und Planer zu motivieren, mit den Bewilligungsinstanzen eine optimale Zusammenarbeit anzustreben und mitzuhelfen, die Verwaltungsabläufe zu vereinfachen und damit nicht zuletzt auch Kosten einzusparen. Dies setzt voraus, dass sich die Planung und Ausführung und auch die Zusammenarbeit mit den Behörden möglichst friktionsfrei gestaltet. Die Baukommission verspricht sich damit, die steigende Anzahl von Baugesuchen durch verbesserte Begleitung rationell und kundenfreundlich bearbeiten zu können. Alle Bauherren werden bei der Eingabe ihrer Bauvorhaben informiert. Der Preis wird jährlich vergeben und beinhaltet die Verleihung einer Anerkennung.

Baupreis an Passiv-/Nullenergiehaus
Der Baupreis wird für das Jahr 2006 bereits zum zweiten Mal vergeben. Das Wohnbauprojekt am Schöneggweg in Goldau wird von der Baukommission Arth ausgezeichnet. Es handelt sich bei dieser Verleihung nicht um einen Architekturpreis. Zur Bewertung werden verschiedenen Kriterien herangezogen. Angefangen mit der vollständigen Eingabe der Baugesuchsakten bis hin zur Abnahmen eines Objektes soll das Bauen in der Gesamtheit betrachtet und beurteilt werden.

Zum Projekt "arthwood" - Bauen für die Zukunft
Die zwei in Goldau am Schöneggweg 60 und 62 im Jahr 2006 realisierten Einfamilienhäuser weisen neue, zukunftsgerichtete Qualitäten auf. Mit ihnen wurden die Ergebnisse von Forschungsarbeiten der ETH Zürich und der Hochschule für Technik Zürich umgesetzt. Die Kernpunkte dabei lassen sich in Stichworten wie folgt zusammenfassen:
  1. Grundstückbezogene Architektur. Hohe Gestaltqualität durch eine einfache und klare Architektursprache; "introvertierte" Gestaltung bei sparsamen (geringem) Landverbrauch, welche die heute mehrheitlich anzutreffende Situation von schwierigen Grundstücksgeometrien und "unschönen" Nachbarschaften mit einbezieht.
  2. Flexibler Grundriss. Auf verschiedene Lebenszyklen (generationenneutral) einfach adaptierbare Grundrissgestaltung; unkomplizierte, anpassbare und nutzungstolerante Grundstrukturen.
  3. Neuordnung der Haustechnik. Technische Voraussetzungen, welche ein mühleloses Ergänzen und Verändern der elektrischen und sanitären Einrichtungen ermöglichen.
  4. Wohnen ohne Heizkosten und tiefer Energieverbrauch. Hochgedämmte, nach Sonne orientierte, ökologisch nachhaltige Bauweise, die zusammen mit einer effizienten Komfortlüftung eine konventionelle Heizung überflüssig macht (Passiv-/Nullenergiehaus) bei gleichzeitig gesundem und behaglichen Raumklima.
  5. Robuste Bauweise. Bauwerk mit hoher Dauerhaftigkeit bei geringem und einfachem Unterhalt durch gezielte Materialwahl und bewusste konstruktive Ausgestaltung.


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