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Bolfing AG übernimmt Sinoli Keine Entlassungen - Sinoli AG bleibt als Generalunternehmer tätig. Eine Baufirma weniger am regionalen Markt: Die Bolfing AG in Schwyz übernimmt sämtliche Bautätigkeiten der Sinoli AG in Brunnen. Dies schon per 1. Oktober.
Die Entscheidung ist relativ schnell gefallen. Im Zeitraum der letzten zwei Monate haben die beiden Betriebe Gespräche in Richtung einer verstärkten Kooperation geführt. Das Ergebnis ist nun ein Zusammenschluss. Die Bolfing AG, Rickenbach / Schwyz, übernimmt bereits per 1. Oktober sämtliche operativen Tätigkeiten der Sinoli AG Brunnen. Die Übernahme beinhaltet einerseits das gesamte Sinoli-Personal, dann den bestehenden Werkhof an der Luzernerstrasse in Brunnen sowie das Inventar und den Maschinenpark. Die Bolfing AG, die bereits Töchter in Oberarth, Gersau, Wollerau und Altdorf als Filialen besitzt, wird den Standort Brunnen weiterbetreiben. Dazu wird neu ebenfalls auf den 1. Oktober hin die Bolfing AG Brunnen gegründet. Koordinierter Übergang Die Sinoli AG ihrerseits wird als Aktiengesellschaft bestehen bleiben und künftig vom bisherigen Geschäftsleiter und Delegierten des Verwaltungsrats, Xaver Schnüriger, als Generalunternehmung weitergeführt. Sie ist in den letzten Jahren ohnehin vermehrt in diesem Bereich tätig geworden. Die Sinoli AG wird auch noch alle laufenden Baustellen zu Ende führen und die entsprechenden Garantien für diese Neubauten einwandfrei sicherstellen. Relevant ist, dass die Bolfing AG sämtliche 52 Sinoli-Angestellten übernimmt und die Anstellung auf ein Jahr hinaus zusichert. Gestern sind alle Angestellten beider Firmen und die Kunden der Sinoli AG direkt informiert worden. Keine Angaben haben beide Firmen zum Kaufpreis gemacht. Zwei Konkurrenten nun eine Firma Bolfing AG übernimmt Bausparte der Sinoli AG - alle Arbeitsplätze gesichert. Zwei Baufirmen im Talkessel schliessen sich zur grössten Unternehmung der Region zusammen. Die Gründe sind bei der rechtzeitigen Nachfolgeregelung und einer Bereinigung am Markt zu sehen. Damit wird die Bolfing AG mit 187 Mitarbeitern die grösste Bauunternehmung der Region. Nichts sei so beständig wie der Wandel, schrieben gestern Toni Zumbühl, Toni F. Zumbühl und Xaver Schnüriger als Betriebsleiter der beiden Firmen ihren Angestellten und orientierten sie ausführlich über den unterzeichneten Zusammenschluss. Wichtig für das Personal: Die Bolfing AG übernimmt sämtliche bestehenden Arbeitsverträge der Sinoli AG mit ihren 52 Angestellten. Wie Schnüriger erklärte, sogar mit der Zusicherung auf ein ganzes Jahr hinaus. Das ist mehr, als in der Branche heute erwartet werden kann. Zumbühl zeigte sich optimistisch. Das neue Unternehmen werde nur nach vorwärts blicken. «Wir haben uns diesen Schritt lange und intensiv überlegt, nun haben wir uns entschieden und machen vorwärts.» Bisher Konkurrenten Wo liegen die Gründe für diese Übernahme? Xaver Schnüriger, Delegierter der Sinoli AG, erklärt, dass «es sich irgendwie so ergeben habe». Die beiden Unternehmen haben in den letzten Jahren auf Baustellen zunehmend zusammengearbeitet und sind als Arbeitsgemeinschaft auch bei Submissionen aufgetreten. «Da haben wir uns plötzlich fragen müssen, warum wir gegenseitig immer noch als Konkurrenten auftreten.» Zudem kam für Schnüriger die Nachfolgefrage dazu. Er hätte noch etwa fünf Jahre weitermachen können, dann aber eine Lösung für das Unternehmen finden müssen. Insofern sei es nun der richtige Zeitpunkt, damit beide Firmen aus einer Position der Stärke heraus sich für den Zusammenschluss entscheiden konnten. Dass auch die Marktlage mitgespielt hat, liegt auf der Hand. Gerade im Verwaltungsbereich oder in der Organisation werde man nun sicher Synergien als Marktvorteil ausnützen können, bestätigte Toni F. Zumbühl. Auch möchte man aus dieser bereinigten Position heraus künftig vermehrt in Ausserschwyz und in der Zentralschweiz aktiv werden. Künftig nur noch GU Der Zusammenschluss erfolgt bereits auf den 1. Oktober. Auf diesen Zeitpunkt hin wird neu eine Bolfing AG Brunnen als Filiale gegründet und die operative Tätigkeit der Sinoli AG übernehmen. Die Sinoli AG ihrerseits wird als Unternehmen bestehen bleiben, die laufenden Baustellen zu Ende führen, die Garantien abdecken, dann aber mit dem Kaderpersonal nur noch als Generalunternehmung tätig sein. Die Sinoli AG hat in letzter Zeit ohnehin vermehrt eigene Projekte entwickelt und realisiert. Sinoli AG Die Sinoli AG geht auf den italienischen Baumeister Felix Favetto zurück, der 1880 für den Bau der Gotthardbahn in die Schweiz übersiedelt ist und dann in Brunnen ein eigenes Baugeschäft gegründet hat. Es ist bis 1968 von der Familie geführt worden, zuletzt von Fridolin Suter-Favetto. 1968 hat der damalige Bauführer Arnold Sinoli die Firma übernommen. 1980 ging das Unternehmen an die Käppeli-Gruppe über, 1999 wurde sie wieder ausgegliedert. Seither wird das Aktienpaket durch drei Mitarbeiter und die Sihlsee Inter AG gehalten. Die Sinoli AG firmiert mit einem Aktienkapital von 250 000 Franken. Als Verwaltungsratspräsident zeichnet Ständerat Bruno Frick, Einsiedeln. Operativ ist das Unternehmen im Hoch-, Tief- und Fassadenbau tätig. Bolfing AG Die Anfänge der Bauunternehmung Bolfing gehen aufs Jahr 1924 zurück. 1948 hat Martin Bolfing dann den Kleinbetrieb von seinem Vater übernommen, seither hat konstantes Wachstum das Unternehmen geprägt. 1967 wurde die heutige AG gegründet. Die Bolfing AG firmiert mit einem Aktienkapital von 1,0 Mio Franken. Als Verwaltungsratspräsident zeichnet Toni Zumbühl sen. Die Mutterfirma besitzt Filialen in Oberarth, Gersau, Wollerau und Altdorf, sowie für den Immobilienbereich die Bovesta AG. Diese ist mit einem Kapital von 1,1 Mio Franken ausgestattet. Operativ ist die Bolfing-Gruppe in den Bereichen Hochbau, Tiefbau, Spezialitäten, Fassen- und Gerüstbau tätig. Auch wird in Ibach ein eigenes Betonwerk betrieben. Bild und Text: Josias Clavadetscher
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